ERP-Software: On-Prem oder in der Cloud

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ERP-Software -
On-Prem oder
in der Cloud?

Soll eine ERP-Software On-Prem oder aus der Cloud bezogen werden? Die Diskussion, welche der beiden ERP-Varianten die richtige Entscheidung für das Unternehmen ist, treibt viele kleine und mittelständische Betriebe um. Bei der Auswahl einer kaufmännischen Unternehmenslösung stellen sich Unternehmen häufig die Frage: wollen wir eine ERP-Lösung als On-Premises-Variante oder in der Cloud betreiben?

Beide Einsatzmöglichkeiten bieten Unternehmen Vorteile. Abgesehen davon, die Frage ob ERP-Software On-Prem oder in der Cloud betrieben wird, ist mehr als nur eine rein technische Fragestellung. Auf jeden Fall muss genau abgewogen werden, welche Punkte für das Unternehmen von besonderer Bedeutung sind.

ERP-Software: On-Prem oder in der Cloud?

1. On-Premises-Lösung gewährleistet Daten-Kontrolle und -Zugriff

Bei einer On-Premises-Variante betreiben Sie die ERP-Software auf einem eigenen Server in Ihrem Unternehmen.

Somit haben Sie die unmittelbare Kontrolle über Ihre Daten und Prozesse, aber auch einen direkten Zugang zu Ihren Daten. Dies bietet Ihnen eine hohe Flexibilität beim lokalen Reporting. Aber auch die Individualisierung und der Ausbau Ihrer Geschäftsprozesse sind hierbei einfach zu gewährleisten.

Auch interne und externe Datensicherheitsvorschriften können so unkomplizierter eingehalten werden. Schließlich ist das Thema Datenschutz vor allem in Zeiten von skrupellosen Cyber-Attacken nicht zu unterschätzen. Ebenso ist die Integration ergänzender Softwarelösungen problemlos möglich.

Mit der Kontrolle kommt auch die Verantwortung

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Sie bei der Nutzung Ihrer ERP-Lösung nicht abhängig von einen leistungsstarken Internetzugang sind und einen hohen Einfluss auf Ihre verwendete Hardware haben. Die Anschaffung der benötigten Hardware zum Betrieb der Software ist wiederum Aufgabe des Unternehmens.

Auch Wartung, Verwaltung sowie die Datensicherung unterliegen Ihrer eigenen Verantwortung. Dies bedeutet, dass das Unternehmen eine eigene IT-Abteilung und qualifizierte Mitarbeiter haben muss, um das interne Rechenzentrum zu betreiben. Nichtsdestotrotz gibt es immer die Möglichkeit, solche Aufgaben in Form von Managed IT Services einem externen IT-Dienstleister zu überlassen.

Schließlich ist der direkte Zugang zu den Daten und die Flexibilität Segen und Fluch zugleich. Denn Sie haben auch eine große Verantwortung in Bezug auf die Gewährleistung der Ausfallsicherheit Ihrer internen IT-Infrastruktur.

ERP-Software On-Prem oder Cloud - Datenzugriff - Datenkontrolle - Unternehmensprozesse

2. Cloud-ERP und das Prinzip „Nutzen statt Besitzen“

Eine andere Variante ist der Betrieb in der Cloud. Hier wird Ihre Software in einem Rechenzentrum betrieben bzw. gehostet.

Die Software wird in dieser Variante nicht gekauft, sondern lediglich monatlich gemietet. Deswegen müssen Sie als Unternehmer keine IT-Infrastruktur für das ERP-System vorhalten. Dementsprechend wird auch Ihr initialer Investitionsaufwand deutlich reduziert. Und Sie und Ihre Kollegen werden von vielen IT-Aufgaben entlastet.

Auch das Thema Flexibilität ist hier zu nennen. Cloud-Umgebungen sind einfach skalierbar: sei es ein weiterer Benutzer oder mehr Speicherplatz. Die Zubuchung und Freischaltung von Zusatzoptionen kann dabei sehr rasch erfolgen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie von überall über einen sicheren, browser-basierten Zugang auf Ihre ERP-Lösung zugreifen können.

Lästige Systempflege ade, aber auch die Individualisierung?

Des Weiteren müssen Sie sich um die Installation von Updates, Upgrades und Service Packs keine Gedanken machen. Prinzipiell übernimmt der Provider der Cloud-ERP diese Aufgaben. Sie haben so stets Zugang zu den aktuellsten Funktionen, ohne auf das interne IT-System angewiesen zu sein.

Allerdings sind in einer Cloud-Lösung Abläufe und Funktionalitäten teilweise vorgefertigt und können nicht so einfach individualisiert werden. Für Unternehmer heißt es in diesem Fall, eventuell Kompromisse einzugehen. Denn die Vorteile der Standardisierung in Cloud-Lösungen bremsen zum größten Teil das Bestreben nach Individualisierung.

ERP-Software On-Prem oder Cloud - Arbeiten von unterwegs mit Laptop und Kaffee

3. ERP-Software On-Prem oder Cloud?
Auch Frage der Unternehmenskultur

Nicht nur rein technische Fragestellungen und Kostengründe können zu einer Entscheidung für oder gegen die Cloud führen. Hier gibt es noch eine Vielzahl weiterer Faktoren, die einen Einfluss auf diese Entscheidung haben können.

Zuallererst betrachten wir die Organisation Ihres Unternehmens. Beim Wechsel von einer Inhouse-Lösung zu einer Cloud-Lösung hat diese eine tiefgreifende Auswirkung auf Ihre IT-Abteilung und deren Mitarbeiter.

Wird die bestehende Anzahl an Mitarbeitern noch benötigt oder sind Arbeitsplatzreduzierungen erforderlich? Oder können ggf. andere Aufgabenstellungen für die „betroffenen“ Mitarbeiter in Fragen kommen?

Wird es Ihnen gelingen, die Beharrlichkeit zu überwinden und sich und ihr Team in ein neues IT-Zeitalter zu überführen? Wie gewinnen sie die Mitarbeiter der IT-Abteilung für Ihr neues Vorhaben?

Ihr Unternehmen ist eventuell auch von einer Vielzahl von Stakeholdern umgeben. Mit welchen Ansprüchen werden Sie in diesem Zusammenhang konfrontiert und was ist für diese Interessengruppen von Wichtigkeit?

Sind es Stabilität, Verlässlichkeit und bewährte Geschäftsmodelle? Oder handelt es sich um Interessengruppen, für die der stetige Wandel kein Fremdwort ist und Innovation und neue Geschäftsmodelle das tägliche Brot sind?

Ist Ihr Unternehmen fit für die Zukunft?

Die Beantwortung all dieser Fragen erfordert von Ihnen als Unternehmer die Bereitschaft, gewisse Risiken einzugehen. Dabei lassen Sie sich auf neue Wege ein.

Es bietet Ihnen andererseits auch die Chance, für zukünftige Geschäfte fit zu werden. Auch bauen Sie Ihre Wettbewerbsposition durch Innovation, Agilität und Skalierbarkeit dadurch weiter aus.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Entscheidung für oder gegen die Cloud nicht nur eine technische Fragestellung ist, sondern weitreichende Auswirkungen für und in das Unternehmen hat – sowohl organisatorischer wie auch psychologischer Natur.

Dabei ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise für eine erfolgreiche Entscheidung dringend anzuraten. Es ist offensichtlich, dass Anwendungen in der Cloud eine Vielzahl von Chancen für Unternehmen bieten. Außerdem werden Cloud-Landschaften und -Anwendungen die IT langfristig einem strukturellen Wandel unterziehen.

Zum Beispiel sind Analysen von riesigen Datenbeständen (Big Data), selbstlernende Algorithmen, Maschine Learning und künstliche Intelligenz möglich – all diese Entwicklungen, die in einer On-Prem-Umgebung nur schwer oder mit viel Aufwand abzubilden sind.

Mit anderen Worten ist die Frage „ERP-Software On-Prem oder in der Cloud?“, eigentlich nicht der Knackpunkt, sondern eher „wann bin ich mit meinem Unternehmen in der Lage, die Vorteile und Chancen einer Cloud-ERP zu nutzen?“, um langfristig erfolgreich in einem sich stetig wandelnden und schnelllebigen Umfeld zu sein.

Was ist Ihre Meinung zur Debatte ERP-Software On-Premises oder in der Cloud? Mit welcher ERP-Variante sehen Sie Ihr Unternehmen gut gerüstet für die Zukunft? Haben Sie weitere Anregungen zu diesem Thema?

Gerne können Sie hier einen Kommentar hinterlassen oder sich direkt bei uns melden. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

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